FIAT 500 ALS ABARTH-UMBAU - Abarths Rekord mit einem Fiat



Fiat vertraut auf Abarth, um der Öffentlichkeit die Zuverlässigkeit und Leistungsstärke des neuen Fiat 500 zu demonstrieren.


Seit der Markteinführung im Jahr 1957 kamen die Umsätze mit dem neuen Fiat 500 nicht so richtig in die Gänge. Die Skepsis, die manche Journalisten gegenüber dem Modell an den Tag legen, drohte, zur allgemeinen Meinung zu werden; so wurde u.a. behauptet, der neue Kleinwagen aus Turin habe einen zu kleinen Motor, was ihn fehleranfällig mache.


Fiat geht mithilfe von Abarth zur Gegenoffensive über. So entstand bei Abarth eine Spezialversion dieses Fiat-Modells. Mit wenigen zielgerichteten Maßnahmen holte man bei Abarth eine Leistungssteigerung von 30 % heraus. Nun war nur noch der Nachweis zu führen, dass das Fahrzeug auf auf langen Fahrten zuverlässigist.


Und wieder einmal beschließen Fiat und Abarth, Skepsis mit Fakten zu beantworten, indem sie sich auf die Rennstrecke von Monza begeben und dazu sogar die ausländische Presse einladen. An den Start gehen dabei nicht nur eigene Fahrer, sondern auch ein französischer Journalist.


Die Bilanz: Sechs Fahrer und sechs neue Rekorde in sieben Tagen – ein atemloser Marathon, der nur ein Ziel hat. Nämlich der Nachweis, wie leistungsstark der neue Fiat 500 mit seinem kleinen Motor wirklich ist.


Im Februar 1958 wechseln sich in Monza sechs Fahrer am Steuer des von Abarth umgebauten Fiat 500 N ab: Mario Poltronieri, Mario Guarnieri, Bernard Cahier, Corrado Manfredini, Armando Giuberti und Remo Cattini. Als Erster startet der französische Journalist Cahier, der die ersten fünf Stunden am Steuer sitzt. Mit von der Partie ist auch Mario Poltronieri, der später den Beruf wechselt – vom Abarth-Fahrer zum bekannten Sport-Journalisten – und auch für die italienische Rai über Motor-Events berichtet.


Sieben Tage auf dem Asphalt derHochgeschwindigkeitsstrecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 108,252 km/h. Zurückgelegte Gesamtstrecke: 18.886,44 km: damit stellt der kleine 500 seinen ersten internationalen Rekord in der I-Klasse (Fahrzeuge mit 350 bis 500 cm3 Hubraum) und bald darauf sind es fünf weitere: 15.000 km in einer Zeit von 139 Stunden 16’ 33” bei durchschnittlich 107,699 km/h; 10.000 Meilen in 149 Stunden 09’ 29” bei durchschnittlich 107,894 km/h sowie Langstreckenrekorde für vier, fünf und sechs Tage lange Fahrten.


Ein begeisterndes Ergebnis, das in ganz Europa wahrgenommen wird, und das nicht nur von der Fachpresse. Eine wirksame Werbung, die einerseits die Zuverlässigkeit des kleinen Fiat unter Beweis stellte, andererseits aber auch die Fähigkeit von Abarth, die Leistungen von Fahrzeugen deutlich anzuheben, ohne dass dies auf Kosten der Robustheit geht.

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